Artgerechtes Abwehrverhalten eines Hundes und die Beweisaufnahme

Stellt eine Behörde die Gefährlichkeit eines Hundes aufgrund eines Beissvorfalles fest, so stellt sich häufig die Frage, ob das Beissen des Hundes möglicher Weise ein artgerechtes Verhalten darstellte.

Einen solchen Fall hatte nun das Verwaltungsgericht Braunschweig zu entscheiden, wobei es hierbei zugleich um die Thematik ging, in welchem Umfang eine Beweisaufnahme erforderlich ist.

Das Verwaltungsgericht Braunschweig ist hinsichtlich des Umfangs der Beweisaufnahme zu dem Ergebnis gekommen, dass in Gerichtsverfahren, die die Gefährlichkeitsfeststellung nach dem NHundG zum Gegenstand haben, die näheren Umstände eines Beißvorfalls durch eine zeugenschaftliche Vernehmung von bei dem Vorfall anwesenden Personen nur insoweit aufzuklären sind, als sie für die gerichtliche Kontrolle der getroffenen Gefährlichkeitsfeststellung erheblich sind.

Zugleich hat es festgestellt, dass ein artgerechtes Abwehrverhalten jedenfalls dann nicht vorliegt, wenn der für gefährlich erklärte Hund in äußerlich erkennbar eindeutiger Weise offensiv auf den anderen Hund zugelaufen ist, ohne einem vorherigen Angriff dieses anderen Hundes ausgesetzt gewesen zu sein.

In dem konkreten Fall wandte sich die Klägerin gegen einen Bescheid der beklagten Behörde, mit dem diese ihre Hündin F. für gefährlich erklärt hat.

Der Beklagte erhielt am 21.08.2014 Kenntnis von einem Beißvorfall unter Beteiligung der Hündin der Klägerin. Zugrunde lag eine Mitteilung des Hundehalters des verletzten Hundes, Herrn G. H., bekannt. Nach Aussage des Herrn H. war sein Hund I. von F. attackiert worden. Die Nachbarin des Herrn H., Frau J. K., sei mit zwei Tibet-Terriern, darunter I., „Gassi gegangen“. Sie habe das Grundstück der Familie L. passiert. Aus dem offenen Grundstückstor sei ohne Vorwarnung der Hund der Klägerin geschossen und habe erst Frau K. attackiert, um sich im unmittelbaren Anschluss auf I. zu stürzen. Dadurch habe I ...

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