Urteil für Weinliebhaber: «Château» ist kein Schloss, sondern eine Lagerhalle

von Martin Steiger

Beim Wort Château, französisch für Schloss, denken Weinliebhaber vermutlich an Château-Weine aus dem Weinbaugebiet Bordeaux. Dort gibt es – so die deutsprachige Wikipedia – «etwa 3000 Châteaux genannte Weingüter, die die weltberühmten Weine erzeugen».

Im Kanton Wallis, ebenfalls ein Weinbaugebiet, verkaufte ein Weinhändler seine Weine unter der Bezeichnung «Château Constellation», was ihm von den kantonalen Behörden verboten wurde. Dieses Verbot wurde vom Schweizerischen Bundesgericht nun bestätigt (BGer 2C_441/2015 vom 11. Januar 2016, französisch).

Urteilsbegründung: Lagerhalle, kein Schloss

Beim «Château» handle es sich um eine 2008 gebaute Weinkellerei, die nicht wie ein Schloss, sondern wie ein grosses Lagerbäude aussehe. An diesem Eindruck könne auch ein zylinderförmiger Vorbau, vom Weinhändler als mittelalterlicher Donjon dargestellt, nichts ändern. Das Bundesgericht verwies diesbezüglich auch auf zwei Le Robert-Wörterbücher, die für die französische Sprache häufig als massgebend betrachtet werden.

«[I]l n’est certainement pas choquant que le Tribunal cantonal n’ait pas assimilé le cylindre d’architecture contemporaine qui figure à l’avant du bâtiment à un donjon, ce terme renvoyant à la tour maîtresse d’un château fort et désignant spécialement cette tour dans son office de prison (cf. les définitions du terme dans Le Dictionnaire historique de la langue française aux éditions Le Robert, 2e éd. 1995, et dans Le petit Robert de la langue française, édition 2012) ...

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