Schwarzarbeit im Visier

von Christoph Iser

Nicht nur der Fiskus und die Finanzgerichte haben die Schwarzarbeit im Visier. Auch die Zivilgerichte in Form des Bundesgerichtshofs haben entsprechendes an Urteilen zu bieten. Auch hier lautet das Fazit: Schwarzarbeit lohnt sich nicht. Dabei muss jedoch auch beachtet werden, das Deutschland bei der Schwarzarbeit allenfalls Mittelmaß ist.

Eine Studie aus 2015 der Johannes Kepler Universität in Linz und dem Institut für angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Tübingen zeigt, dass Deutschland beim Ausmaß der Schwarzarbeit in Prozent des offiziellen Bruttoinlandsproduktes im Europavergleich keinesfalls auf den vorderen Plätzen zu finden ist. Das Ranking sieht wie folgt aus:

Platz 1: Griechenland mit 22,4 %

Platz 2: Italien mit 20,1 %

Platz 3: Spanien mit 18,2 %

Platz 4: Portugal mit 17,6 %

Platz 5: Belgien mit 16,2 %

Platz 6: Schweden mit 13,2 %

Platz 7: Norwegen mit 13 %

Platz 8: Finnland mit 12,4 %

Platz 9: Frankreich mit 12,3 %

Platz 10: Deutschland mit 12,2 %

Platz 11: Dänemark mit 12 %

Platz 12 :Irland mit 11,3 %

Platz 13: Großbritannien mit 9,4 %

Platz 14: Niederlande mit 9,0 %

Platz 15: Österreich mit 8,2 %

Platz 16: Schweiz mit 6,5 %

Fazit: Im europaweiten Vergleich ist die Bundesrepublik definitiv nicht der böse Bube der Schwarzarbeit. Dennoch bewegt sich jeder der an einer Schwarzarbeitsabrede beteiligt ist auf dünnen Eis. Wie dünn dieses Eis wird zeigt die Rechtsprechung des BGH:

Die erste relevante Entscheidung des BGH stammt bereits aus 2013. Unter dem Aktenzeichen VII ZR 6/13 ist geklärt, dass bei Schwarzarbeit keine Mängelgewährleistung besteht ...

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