Polizist erschießt Jugendlichen und verklagt Erben auf Entschädigung

von Stephan Weinberger

In Chicago verlangt ein Polizist Entschädigung aus dem Nachlass eines erschossenen Jugendlichen. Bei einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt erschoss er nicht nur den jungen Mann, sondern auch versehentlich eine Frau. Er sei deshalb traumatisiert und hat Klage erhoben. Die betroffene Familie des Jungen geht in dem Fall ebenfalls gerichtlich gegen den Polizisten vor.

Was war passiert?

Der 27-Jährige Polizist Robert R. wird am 26. Dezember 2015 zu einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt gerufen. Der Vater des 19-jährigen Teenangers Quintonio L. ruft die Polizei, weil Quintonio, der unter psychischen Problemen leidet, ihn mit einem Baseballschläger bedrohen würde. R. gab sechs Schüsse auf Quintonio ab. Dabei traf ein Schuss als Durchschuss die 55-jährige Nachbarin und fünffache Mutter Bettie J., welche hinter Quintonio stand. Auch sie starb an den Folgen der Schussverletzungen.

Der Anwalt des Polizisten, Joe Brodsky, nimmt hierzu Stellung: „Mein Mandant fühlt sich schrecklich, weil aufgrund seiner Taten, zu denen er gezwungen worden war, Bettie J. nun tot ist. Das ist eine Last, die er sein Leben lang mit sich herumtragen wird.“ Die Familie des getöteten 19-Jährigen klagt aber ebenfalls – gegen den Polizisten. Sie finden den Polizeieinsatz überzogen, da ihr Sohn keine Waffe besessen und keine tödliche Bedrohung für den Polizisten dargestellt habe. Auch gegen die Festnahme wird vom Vater geklagt. Diese sei ungerechtfertigt, er hatte seinen sterbenden Sohn verlassen müssen, um seine Aussage zu machen ...

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