Erbschein ohne Quoten

von Kerstin Prange


Bei Anträgen auf Erteilung eines gemeinschaftlichen Erbschein war bisher die Angabe der Erbquoten der Miterben erforderlich. Darauf kann seit 17.8.2015 verzichtet werden.


Bisher mussten im Erbscheinsantrag die Erbquoten angegeben werden.

Bis zum Sommer 2015 regelte der alte § 2357 BGB dass im Antrag auf Erteilung eines Erbscheins und im Erbschein selber, stets die Erben mit den auf sie entfallenden Erbquoten anzugeben sind. Wer es seinen Erben leicht machen wollte, der legte in seinem Testament also fest, wer mit welchem Anteil Erbe wird. Machte Großvater alles richtig, bestimmte er also zum Beispiel, dass sein Enkel Peter ½ des Nachlasses bekommt und die weitere Hälfte an den Tierschutzverein gehen soll.


Doch leider denken die meisten Menschen nicht in Bruchteilen, sondern in Nachlassgegenständen. Oft trifft der Anwalt daher auf Testamente, in denen der Erblasser seinen Nachlass dergestalt auf zehn Erben verteilt, dass er jedem Erben einen bestimmten Gegenstand zuweist. Und nun? Wer ist nun zu welcher Quote Erbe geworden?



Bisher mussten im Zweifel der gesamte Nachlass und jedes Einzelstück bewertet und daraus Erbquoten errechnet werden. Sehr oft mussten dafür Sachverständigengutachten eingeholt werden. Das war nicht nur teuer, sondern auch sehr zeitaufwendig. Auch wenn sich Miterben einig waren, konnten sie in den meisten Fällen mangels Erbschein kein Geld aus dem Nachlass verwenden und über den Nachlass nicht verfügen. Selbst wenn sich die Erben auf Erbquoten geeinigt hatten, konnte sich das Nachlassgericht bisher auf § 26 FamFG (Amtsermittlung) berufen und von sich aus die Quoten ermitteln. Oder das Nachlassgericht zog sich darauf zurück, dass das Erbrecht und somit die Quoten einer Einigung der Erben nicht zugänglich sind, und bestand auf der Bewertung des Nachlasses. Das war eine unbefriedigende Lösung ...Zum vollständigen Artikel


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