Die lachende Zweite - Zweite Ehefrau kann Erbeinsetzung der Ex-Frau des Verstorbenen anfechten

von Kerstin Prange

Hat der nach Scheidung wiederverheirate Ehemann in einem während seiner ersten Ehe errichteten Testament seine erste Ehefrau als Erbin eingesetzt, kann seine im Testament nicht berücksichtigte zweite Ehefrau das Testament nach dem Tod ihres Ehemanns regelmäßig anfechten.

Dies hat das Oberlandesgericht Hamm bereits mit Beschluss vom 28.10.2014 entschieden.

Das Gesetzt regelt, dass spätestens mit der rechtskräftigen Scheidung der Eheleute ein während der Ehe verfasstes gemeinschaftliches Testament seine Wirkung verliert. Die Eheleute können jedoch regeln, dass das Testament auch im Falle der Ehescheidung weiter gelten soll.

So machten es auch der 1945 geborene Erblasser und seine erste Ehefrau. Der Erblasser errichtete mit seiner ersten Ehefrau im Jahr 2003 ein privatschriftliches Testament, in dem sich die Eheleute wechselseitig zu Erben einsetzen. Nachträglich bestimmten die beiden, dass diese Regelung auf im Fall der Scheidung ihrer Ehe weiter gelten solle. 2011 wurde die Ehe geschieden. Der Ehemann heiratete erneut und errichtet 2012 mit seiner zweiten Ehefrau ein notarielles Testament. In diesem Testament widerrief er das Testament mit seiner 1. Ehefrau und setzte nun seine zweite Ehefrau zur Erbin ein.

Jedoch unterlief dem Erblasser ein schwerer Fehler. Der Widerruf des 1. Testaments wurde der Exfrau zu seinen Lebzeiten nicht zugestellt, so dass der Widerruf nicht wirksam wurde. Damit war das 1. Testament aus dem 2003 nach wie vor gültig und der Erblasser hatte seine 2. Ehefrau mit dem Testament aus dem Jahre 2012 nicht zu seiner Erbin einsetzen können.

Damit wollte sich die 2. Ehefrau jedoch nicht abfinden ...

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