Leistungssport nach Unfall nicht mehr möglich: Höheres Schmerzensgeld!

von Alexander Gratz

Ed Yourdon, Wikimedia Commons

Der zu diesem Zeitpunkt knapp 39 Jahre alte Kläger beschäftigte sich in seiner Freizeit intensiv und über die Grenze zum Leistungssport hinaus mit sportlichen Aktivitäten. Nach einer Unfallverletzung kann er nicht mehr über den Leistungsstand eines Freizeitsportlers hinausgehen. Diese Einschränkung und der einhergehende Verlust an Lebensfreude müssen nach dem OLG Naumburg bei der Bemessung des Schmerzensgelds berücksichtigt werden und zu einem höheren Schmerzensgeld führen (Urteil vom 20.11.2014, Az. 1 U 59/14).

2. Zur Höhe des Schmerzensgeldes hat das Landgericht unter Wiederholung der Feststellungen des Sachverständigen Dr. F. aus dem schriftlichen Gutachten vom 30.11.2012 (Seite 11) ausgeführt, der Kläger sei durch die Verletzungen des linken Daumens und Handgelenkes dauerhaft beeinträchtigt. Daumengrund- und -endgelenk seien nicht mehr voll beweglich. Als Linkshänder schränke das den Kläger beim Schreiben und bei sonstigen Tätigkeiten besonders ein. Schon jetzt seien arthritische Veränderungen eingetreten. Auch im rechten Kniegelenk lasse sich bereits eine posttraumatische Arthrose nachweisen. Dies gehe auf die Unfallverletzung zurück. Der Kläger könne nicht mehr, wie vor dem Unfall, Sport treiben. Dies rechtfertige – auch unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle – ein Schmerzensgeld von 30.000,00 EUR.

Dem vermag sich der Senat nicht uneingeschränkt anzuschließen.

3. Das Berufungsgericht kann die Schmerzensgeldbemessung der ersten Instanz in vollem Umfange überprüfen und abändern, ohne an die dortige Schätzung gebunden zu sein. Hier verlangt der vom Kläger unfallbedingt davon getragene immaterielle Schaden billigerweise eine Entschädigung von 35.000,00 EUR (§ 287 I 1 ZPO i.V.m. § 253 BGB und § 11 2 StVG) ...

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