Amtsgericht Frankfurt a.M. – auszugsweise Veröffentlichung von (geschäftlichen) E-Mails stellt Persönlichkeitsrechtsverletzung dar

von Thomas Herro

Amtsgericht Frankfurt a.M. – auszugsweise Veröffentlichung von (geschäftlichen) E-Mails stellt Persönlichkeitsrechtsverletzung dar

Von Thomas Herro, 28. Januar 2016

Das Amtsgericht Frankfurt a.M. hat in einem aktuellen Urteil vom 10.12.2015, Az. 3872/15 (84) entschieden, dass die auszugsweise Veröffentlichung fremder E-Mails auf einem Bewertungsportal das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzt, wenn durch die unvollständige Wiedergabe der Inhalte ein Eindruck vermittelt wird, der mit den tatsächlichen Gegebenheiten nicht übereinstimmt.

Was war passiert?

Ein Kunde hat bei unserer Mandantin (Rechtsform: GmbH) ein Bett bestellt. Nach der Auslieferung hat der Kunde in ziemlich harschem Ton die Optik des gelieferten Betts kritisiert und beanstandet, dass die im Shop angezeigten Bilder in erheblichem Umfang von dem tatsächlichen Aussehen abweichen würden. Unsere Mandantin hat den Vertrag wunschgemäß rückabgewickelt und das Bett bei dem Kunden abholen lassen und den Kaufpreis erstattet. Damit war der Kunde aber offenbar noch nicht zufrieden gestellt.

Vielmehr verfasste er auf dem Bewertungsportal trustpilot.de unter dem Titel

ALBTRAUMERFAHRUNGEN OHNE ENDE – Nie mehr wieder!!!

eine Rezension über die Bestellabwicklung. In dem Rezensionstext zitierte der Kunde auch aus der umfangreichen E-Mail Korrespondenz. Allerdings gab der Kunde die Nachrichten unserer Mandantin nicht vollständig, sondern stark verkürzt wieder. So verschwieg der Kunde etwa die Teile, in denen unsere Mandantin die kostenlose Abholung des Bettes und die Rückzahlung des Kaufpreises bestätigte. Der Kunde veröffentlichte allein die Teile, in denen sich unsere Mandantin verständlicherweise gegen die unzutreffenden Vorwürfe des Kunden wehrte. Durch die unvollständige Zitierung sollte beim Leser offensichtlich der Eindruck vermittelt werden, dass unsere Mandantin dem Kunden seine gesetzlichen Ansprüche versagt hat ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK