Die Abrechnungsfähigkeit der geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung

von Juliane Boscheinen

Die Abrechnungsfähigkeit der geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung von Juliane Boscheinen am 27. Januar 2016, Rubrik: Abrechnungsprüfung, Krankenhausrecht

Gegenstand verschiedener von uns geführter Verfahren war und ist die Abrechnungsfähigkeit der geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung (OPS-Ziffer 8-550) durch Krankenhäuser, die zwar die Mindeststandards der OPS erfüllen, jedoch nicht über eine geriatrische Fachabteilung verfügen.

In diesen Verfahren wurde seitens der beklagten Krankenkassen eingewandt, dass eine geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung ausschließlich in einer geriatrischen Fachabteilung erbracht werden dürfte. Weil das abrechnende Krankenhaus nicht über eine solche Abteilung verfüge, sei die erbrachte Leistung nicht vom Versorgungsauftrag des Krankenhauses erfüllt und in der Folge nicht abrechenbar.

Diese Argumentation deckt sich jedoch nicht mit dem Willen des Gesetzgebers und ist auch nicht dem Willen des Plangebers des Saarländischen Krankenhausplanes zu entnehmen. In einer Vielzahl von Verfahren wurde diese von uns vertretene Auffassung bereits von dem zuständigen Sozialgericht bestätigt.

Bei der geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung handelt es sich sowohl nach ihrer rechtlichen Verortung als auch nach ihrer inhaltlichen Ausgestaltung nicht um eine eigenständig planungsrechtlich zu erfassende Behandlungsform, sondern um eine reine Leistungsfrage.

§ 39 Abs. 1 S. 3 SGB V definiert die Frührehabilitation als allgemeine Krankenhausleistung. Infolgedessen stehen frührehabilitative Behandlungen bei jeder Krankenhausbehandlung als Leistung zur Verfügung, ungeachtet des dem jeweiligen Krankenhaus zugewiesenen Versorgungsauftrages ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK