Wie man Äpfel mit Birnen vergleicht – oder die Renaissance der UfAB II?

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„Der Zuschlag wird auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt“ – dies schreibt das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) in § 97 Abs. 5 vor. Doch hinter dieser knappen Formulierung versteckt sich geradezu eine Wissenschaft, denn das Aufspüren des wirtschaftlichsten Angebots ist alles andere als trivial. Welche Methode ist die richtige, um Angebote zu werten und zu vergleichen? Vergabestellen können leicht den Eindruck gewinnen, den so ermittelten Ergebnissen ausgeliefert zu sein und greifen daher noch zu häufig auf den Preis als einziges Zuschlagskriterium zurück. Dabei sollte neben der Leistungsbeschreibung als Herzstück der Vergabe dem Kriterienkatalog und der Auswahl der geeigneten bzw. „richtigen“ Bewertungsformel besondere Bedeutung zukommen. Immerhin bestimmt diese nach einer Wertung letztendlich das Ergebnis der Ausschreibung.

Daher haben wir mit Herrn Thomas Ferber, Diplom-Mathematiker und Autor eines neuen Buches zu diesem Thema zu den Vor- und Nachteilen der Bewertungsmethoden und -kriterien gesprochen.

cosinex: Sehr geehrter Herr Ferber, Sie sind Diplom-Mathematiker und haben viele Jahre als Key-Account-Manager für den Geschäftsbereich „Forschung und Lehre“ bei Sun Microsystems gearbeitet. Wie kommt man da zum Vergaberecht?

Hr. Ferber: Die Kunden im Bereich Forschung und Lehre sind öffentliche Auftraggeber und müssen nach den Regeln des Vergaberechts ausschreiben. Mein damaliger Chef bei Sun Microsystems hatte die Idee, dass wir einen Experten im Vergaberecht in unserem Vertriebsteam bräuchten, der die Kollegen in schwierigen Fragestellungen unterstützten sollte. Und vielleicht kennen Sie das ja mit solchen Freiwilligen-Meldungen… Auf jeden Fall hat mir das Thema sehr viel Spaß gemacht und ich habe mir über die Jahre ein sehr umfangreiches Wissen aus der Praxis erarbeiten können ...

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