Hinzurechnungsbesteuerung bei Darlehensvergabe durch ausländische Holdinggesellschaften

Inländische Steuerpflichtige unterliegen einer Hinzurechnungsbesteuerung nach dem Außensteuergesetz (AStG), sofern sie Beteiligungen an sog. ausländischen Zwischengesellschaften halten. Einkünfte von ausländischen Zwischengesellschaften werden als inländische Ausschüttungen fingiert, wenn die Einkünfte im Ausland niedriger besteuert werden und es sich nicht um eine sog. aktive Tätigkeit gem. § 8 Abs. 1 Nr. 1 bis 10 AStG handelt. Als aktive Tätigkeiten gelten - unter bestimmten Voraussetzungen - u.a. Dienstleistungen, in der Regel aber nicht die Vergabe von Kapital.

Das FG München hat mit Urteil vom 27.04.2015 (Az.: 7 K 2819/12) über eine ausländische Holdinggesellschaft entschieden, die gegenüber ihren Tochtergesellschaften zentrale Dienstleistungen (Hilfestellung bei Gründung und Expansion, Einkaufs- und Vertriebsberatung, Buchhaltung und Marketing) erbrachte und zudem kurzfristige, verzinsliche Darlehen vergab. Die notwendigen Mittel der ausländischen Holding zur Darlehnsvergabe stammten überwiegend von der deutschen Muttergesellschaft. Nach Auffassung des Gerichts sind die Einkünfte nach ihren Tätigkeitsschwerpunkten anhand einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise zu identifizieren ...

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