AG Hannover sieht Unfallaufnahme durch privaten Sachverständigen im Falle, dass die Polizei nicht am Unfallort erscheint, als erforderlichen Herstellungsaufwand, der vom Schädiger zu ersetzen ist mit Urteil vom 14.10.2015 – 568 C 12550/14 -.

von Willi Wacker

Hallo verehrte Captain-Huk-Leserinnen und -Leser,

nachstehend stellen wir Euch hier ein Urteil des Amtsgerichts Hannover zu den Sachverständigenkosten für eine Unfallaufnahme vor. In Zeiten, in denen sich die Polizei mehr und mehr von der Unfallaufnahme zurückzieht, erscheint dieses Urteil in ein ganz besonderen Licht. Der Geschädigte hat Anspruch auf Dokumentation der Unfallstele mit Stand der Unfallfahrzeuge und Dokumentation der Unfallörtlichkeiten und sonstigen Gegebenheiten. Wenn aber schon die Verkehrspolizei nicht an der Unfallstelle erscheinen kann, aus welchen Gründen auch immer, dann muss sich der Geschädigte zur Unfallaufnahme einer sachvertändigen Hilfe bedienen. Was bleibt da übrig, als einen qualifizierten Unfallsachverständigen zu beauftragen. Diese dadurch entstehenden Kosten sind erforderliche Kosten der Rechtsverfolgung. SIe können aber auch Kosten der Wiederherstellung dartellen, wie das Amtsgericht – zutreffend – annimmt (vgl. auch BGH NJW 2007, 1450). Das gilt auf jeden Fall dann, wenn keine preiswertere Möglichkeit, wie etwa die Unfallaufnahme durch die Polzei, gegeben ist. Da bereits vom Polizeipräsidenten Münster angeregt wurde, Unfallaufnahmen ohne Personenschäden nicht mehr durchzuführen, könnte sich bereits im Münsterland ein erster Bereich zur Unfallaufnahme durch Sachverständige entwickeln. Was denkt Ihr? Gebt bitte Eure sachlichen Kommentare zu diesem möglicherweise neuen Beträtigungsgfeld der Sachverständigen bekannt. Ich finde, dass diese Entscheidung richtungsweisend ist.

Viele Grüße Willi Wacker

Amtsgericht Hannover

568 C 12550/14 Verkündet am 14.10.2015

Im Namen des Volkes

Urteil

In dem Rechtsstreit

hat das Amtsgericht Hannover auf die mündliche Verhandlung vom 07.10.2015 durch die Richterin am Amtsgericht Dr. L.

für Recht erkannt:

1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 167,31 € zzgl ...

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