Warum ich Amazon hasse

von Christian Franz, LL.M.

Das Phänomen ist den meisten aus der Kindheit bekannt: ein Einzelner übertreibt und versaut es damit für alle. So etwas könnte sich gerade am Beispiel Amazons auf etwas größerer Bühne abspielen. Fraglich ist, ob die Lehrer schon etwas gemerkt haben. Insoweit bin ich eine Petze: dieser Beitrag zielt nämlich darauf ab, auf die neue Qualität hinzuweisen, die Amazons Vorgehen hat – und einen Vorschlag zu machen, wie man weitere Schäden verhindern kann.

Amazon ist das personifizierte volkswirtschaftliche Übel – und das ist keine zufällige Fehlentwicklung, sondern in der Strategie des Unternehmens angelegt. Dabei macht man aus diesem Umstand noch nicht einmal einen Hehl: das Unternehmen sollte ursprünglich „Relentless“ (deutsch: unbarmherzig, schonungslos) heißen. Bislang wird Amazon zwar in einzelnen Feldern wie etwa dem Arbeits- oder Steuerrecht kritisiert – ohne dass jedoch der Zusammenhang mit der dahinterstehenden Strategie hergestellt wird, deren Teil die fortlaufenden Grenzüberschreitungen sind.

Bereits im Ausgangspunkt war das Geschäftsmodell darauf ausgelegt, rechtliche und marktwirtschaftliche Korrekturmechanismen konsequent auszuhebeln. Ein wesentlicher Faktor, der zu Unternehmensgewinnen auf Kosten der Allgemeinheit führt, ist die Hybris, zugleich Plattformbetreiber (Amazon Marketplace) und Konkurrent der dort handelnden Unternehmer zu sein. Der Wettbewerb schaltet sich auf diesem Weg selbst aus und trägt in einer immer schneller drehenden Spirale dazu bei, dass Amazons Marktmacht steigt. Zugleich versagen die Kartellbehörden.

Das muss geändert werden.

Amazon verfolgt eine Strategie der konsequenten Regelverletzung

Amazon zielt konsequenter als andere Unternehmen darauf ab, volkswirtschaftliche und rechtliche Korrektive auszuschalten, die der Ausnutzung von Marktmacht eigentlich entgegen stehen sollten ...

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