Strafbarkeit des sog. Dissens als Rap-Stilmittel

Mit Beschluss vom 19. November 2013, Az. (279 Ds) 222 Js 1201/13 (101/13), hat das Amtsgericht Tiergarten zur Strafbarkeit des sog. „Dissens“ in Rap-Songs entschieden.

Laut Duden (http://www.duden.de/rechtschreibung/dissen) ist „dissen“ mit „verächtlich machen, schmähen“ gleichzusetzen. Es handelt sich um ein gängiges Stilmittel in der Rapmusik, indem beispielsweise andere Künstler – teils auf mehr, teils auf weniger kreative Art und Weise – beleidigt und heruntergemacht werden.

Die Entscheidung des AG Tiergarten

Mit seinem Beschluss vom 19. November 2013, Az. (279 Ds) 222 Js 1201/13 (101/13), lehnte das AG Tiergarten die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die Rapper B. und S. nach einer Anklage der Staatsanwaltschaft Berlin wegen eines Liedtextes aus dem Genre Gangsta-Rap ab.

Die StA warf dem Angeschuldigten vor, mit seinem Song und dem dazugehörigen Musikvideo die Tatbestände der Volksverhetzung gemäß § 130 Abs. 1 Nr. 1 und 2 StGB, Gewaltdarstellung gemäß § 131 Abs. 1 Nr. 1 und 4 StGB a.F. und Beleidigung gemäß § 185 StGB zu erfüllen.

Beleidigung gemäß § 185 StGB

Gemäß § 185 Hs. 1 StGB wird die Beleidigung mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Die in dem Song enthaltenen und gegen den Rapper K. gerichteten Aussagen „du Pisser“, „du Hurensohn“, „du Bastard“, „du Schwuchtel“ stellen Formalbeleidigungen dar und sind grundsätzlich tatbestandsmäßig im Sinne des § 185 StGB. Jedoch fehlte es in dem entschiedenen Fall an dem nach § 194 Abs. 1 Satz 1 StGB nötigen Strafantrag im Sinne des § 77 Abs. 1 StGB.

Aber auch weitere strafbare Beleidigungen sind nicht gegeben:

„Soweit die Staatsanwaltschaft Berlin in der Textpassage „du wirst in Berlin in deinen Arsch gefickt wie [W.]“ eine Beleidigung zum Nachteil des […] von Berlin [K.W ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK