Sexmobs und Sexismus - Was ist eigentlich neu an der Debatte?

lucas stevens Sexmobs und Sexismus - Was ist eigentlich neu an der Debatte? Ein Beitrag zur gegenwärtigen Debatte um Sex-Mobs und sexueller Belästigung, zur Hemmschwelle von Richtern, überhaupt über sexuelle Themen zu sprechen und zur Feststellung, dass das deutsche Sexualstrafrecht zunehmend groteskere Ausmaße annimmt.

Ein Beitrag von Dr. Alexander Stevens, Fachanwalt für Strafrecht

"Respektiert uns! Wir sind kein Freiwild selbst wenn wir nackt sind!!!" - zierte eine Frau vor dem Kölner Dom die Titelblätter, welche lediglich ein Schild mit dieser Aufschrift trug. Dass da eine nackte Frau vor einem der bekanntesten christlichen Wahrzeichen Deutschlands weder ihre Brüste noch ihre Genitalien bedeckte, störte anscheinend niemanden.

Wegen des Straftatbestands des Exhibitionismus können sich nach deutscher Rechtslage ohnehin nur Männer, nicht hingegen Frauen strafbar machen. Hätte sich aber ein Mann mit demselben Schild vor den Kölner Dom in aller Öffentlichkeit hingestellt und dabei seinen Penis entblößt, es hätte aller Wahrscheinlichkeit nach ein strafrechtliches Nachspiel gehabt.

Es sollte doch hoffentlich längst unbestritten sein, dass Menschen kein Freiwild sind, ob angezogen oder nackt, ob Frau oder Mann. Und der "Sex-Mob-Skandal" mag in dem Exzess wie er sich zum Jahreswechsel gezeigt hat ungeahnte Dimensionen angenommen haben, neu ist die Masche dagegen keineswegs, und sie trifft dabei mitnichten ausnahmslos Frauen. Auf der Hamburger Reeperbahn ist das obszöne Antanzen mit dem darauffolgenden "beherzten" Griff zwischen die Beine um sich dabei - die für das Opfer perplexe Situation ausnutzend - diverser Wertgegenstände wie Handys oder Geldbeutel zu bemächtigten, ein jahrzehntelang bekanntes Phänomen. Dabei traf es Frauen wie Männer gleichermaßen, deren Strafanzeigen entweder gar nicht erst aufgenommen oder die mangels zu ermittelnder Täter eingestellt wurden ...

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