Teilnahmepflicht am Personalgespräch trotz Krankheit?!

von Thorsten Blaufelder

Arbeitgeber dürfen krankgeschriebene Beschäftigte nicht zum Personalgespräch herbeizitieren. Ist ein Arbeitnehmer während seiner Arbeitsunfähigkeit mehrfach zu angeordneten Personalgesprächen mit seinem Chef nicht erschienen, darf ihm deshalb nicht gekündigt werden, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Nürnberg in einem am Donnerstag, 14.01.2016, veröffentlichten Urteil (AZ: 7 Sa 592/14).

Im konkreten Fall war eine Beschäftigte nach einem abgelehnten Urlaubsantrag vom 20.03.2013 bis 30.06.2013 krankgeschrieben. Während ihrer Arbeitsunfähigkeit ordnete der Arbeitgeber mehrere Personalgespräche mit der Frau an, zuletzt am 10.05.2013. Über den Inhalt des geplanten Gesprächs machte das Unternehmen keine Angaben.

Schriftlich wies der Arbeitgeber die Beschäftigte darauf hin, dass „Sie vielleicht arbeitsunfähig erkrankt sein mögen, aber doch sehr wohl in der Lage sind, mit uns als Arbeitgeber zu sprechen“, so der Vorgesetzte. Es werde von ihr ja keine Arbeitsleistung verlangt, sondern lediglich ihre Teilnahme an einem Gespräch . Dazu sei sie arbeitsrechtlich verpflichtet.

Die Frau dachte jedoch nicht daran, an den Personalgesprächen während ihrer Erkrankung teilzunehmen.

Der Arbeitgeber sprach deshalb mehrere Abmahnungen aus, am 14.05 ...

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