Vorbereitungshandlungen nicht beim Unfall abgesichert

Das Landessozialgericht (LSG) Berlin-Brandenburg hat mit Urteil vom 12. Dezember 2014 (L 3 U 196/13) entschieden, dass der Weg zur Arbeit und der Rückweg von der gesetzlichen Unfallversicherung zwar abgedeckt ist. Dies gilt jedoch nicht für alle Vorbereitungshandlungen, die damit zusammenhängen, wie z.B. das Anbringen einer Plane nach der Hinfahrt, um das eventuelle Anfrieren bei Schneefall bis zur Rückfahrt zu verhindern.

Eine Frau und spätere Klägerin war mit ihrem Auto morgens zu ihrer Arbeitsstelle unterwegs. Aufgrund der unter dem Gefrierpunkt liegenden Temperaturen wollte sie die Frontscheibe mit einer Plane abdecken, um eventuelles Anfrieren von Schnee dort zu verhindern und das zeitintensive Freikratzen der Scheibe nach Arbeitsende zu vermeiden.

Beim Montieren der Abdeckplane klemmte sie sich den rechten Zeigefinger in der Beifahrertür ein. Dabei entstanden eine tiefe Fleischwunde und ein Bruch der Fingerkuppe.

Die gesetzliche Unfallversicherung erkannte dies nicht als Arbeitsunfall an und wies ihren Widerspruch dagegen ab, da nur die Tätigkeiten versichert seien, die nach der Handlungstendenz allein wesentlich auf das Zurücklegen des Weges zum Ziel ausgerichtet seien, vor allem also die unmittelbare Fortbewegung. Verrichtungen, die der Erhaltung der allgemeinen Fahrbereitschaft des Fahrzeugs dienten, seien hingegen nicht versichert. Vorliegend handele es sich um eine rein vorbereitende und damit unversicherte Handlung ...

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