Ich und die dunkle Seite der Macht

von Christoph Nebgen

Jüngst konnte ich mir "Star Wars - The Force awakens" ansehen. Die überschaubare Handlung lässt einem Zeit, sich so seine Gedanken zu machen über das, was einem da vorgeführt wird.

Wir befinden uns in einer fernen Vergangenheit; noch immer - oder schon wieder - herrscht die dunkle Seite der Macht. Nur so nebenbei: Würde sie nicht herrschen, wäre sie dann überhaupt noch Macht? Aber jetzt klinge ich schon wie Thomas Fischer. Also mal ganz einfach:

Irgendwann im Laufe des Films habe ich angefangen mich zu fragen, warum die so genannte "dunkle Seite der Macht" eigentlich die böse ist. Von da an habe ich genau darauf geachtet und nach Informationen gesucht, die für Bösheit auf der anderen Seite stehen könnten. Erstaunlicherweise habe ich keinerlei Hinweise gefunden. Man weiß nicht, wofür die "dunkle Seite der Macht" eigentlich steht. Sie bringt Menschen um, aber das tun die anderen genauso. Das kann es also nicht sein. Meine Beobachtung lässt für mich daher nur einen Rückschluss zu: Bei "Star Wars" hat sich das Böse institutionalisiert und jeden Inhalt verloren.

Das ist merkwürdig, denn "böse" ist ja eine Wertung, die sich auf irgendetwas beziehen muss. Für Theoretiker: Man kann "das Böse" zwar personifizieren (Teufel), aber nicht abstrahieren, denn es ist schon ein Abstraktum. Für Philosophen: Wo das Böse keinen Bezugspunkt hat, muss es jede Bedeutung verlieren. Für Star-Wars-Fans: Ich weiß immer noch nicht, warum der komische Mann mit dem Helm der Böse ist. Und ich werde es auch den gesamten Film über nicht erfahren.

Und diese Unklarheit der Inhalte hat noch weit unwirklichere Konsequenzen: Das Böse stellt sich mir selbst als solches vor ...Zum vollständigen Artikel

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