Was ist der gesetzliche Güterstand in England?

von Bernhard Schmeilzl

Und was passiert bei der Scheidung vor einem englischen Gericht?

Wer nach deutschem Recht heiratet und nicht per notariellem Ehevertrag ausdrücklich etwas anderes vereinbart, der lebt im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Der Begriff Gemeinschaft führt dabei etwas in die Irre, denn den Eheleuten gehört gerade nicht alles gemeinsam, was sie in der Ehe erwerben. Vielmehr bleibt auch nach der Heirat jeder Ehegatte Alleineigentümer seiner Vermögensgegenstände, auch derjenigen Güter, die er/sie nach der Heirat anschafft.Der Gesetzeswortlaut des § 1363 Abs. 2 BGB ist klar und deutlich:

“Das Vermögen des Mannes und das Vermögen der Frau werden nicht gemeinschaftliches Vermögen der Ehegatten; dies gilt auch für Vermögen, das ein Ehegatte nach der Eheschließung erwirbt. Der Zugewinn, den die Ehegatten in der Ehe erzielen, wird jedoch ausgeglichen, wenn die Zugewinngemeinschaft endet.”

Viele Ehegatten handhaben das in der Praxis anders: Sie führen zum Beispiel ein gemeinsame Bankkonto oder lassen sich beim Kauf einer Immobilie gleichberechtigt als Eigentümer ins Grundbuch eintragen, obwohl das Geld für den Hauskauf überwiegend von einem Ehegatten stammt. Das ändert aber am Grundsatz der Vermögenstrennung nichts. Diese Ehegatten sind ja nicht Miteigentümer, weil sie verheiratet sind, sondern weil sie es bewusst so geregelt haben.

Zugewinngemeinschaft (auf Englisch: community of accrued gains) bedeutet also: Jeder Ehegatte besitzt und verwaltet sein eigenes Vermögen weiterhin allein und nur im Fall der Eheauflösung (Tod oder Scheidung) wird der jeweilige Zugewinn (vereinfacht definiert: der Vermögenszuwachs während der Ehe) zwischen den Eheleuten ausgeglichen. Es gibt dabei viele Besonderheiten. Prinzipiell kann man nach deutschem Güter- und Scheidungsrecht somit den Zugewinnausgleichsanspruch auf den Euro genau berechnen, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen ...

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