LAG Baden-Württemberg: keine Diskriminierung in Stellenausschreibung durch Bezeichnungen „Junior Consultant“ und „Berufsanfänger“

Bei der Formulierung von Stellenausschreibungen ist im Hinblick auf mögliche Diskriminierungen größte Vorsicht geboten. Für eine gewisse Verunsicherung hatte hier vor allem die (überschießende) Entscheidung des BAG im Fall der Berliner Charité gesorgt. In dieser Entscheidung (NZA 2013, 498) ging es um ein Traineeprogramm. Für dieses wurden „Hochschulabsolventen/Young Professionells“ gesucht und ausdrücklich „Berufsanfänger“ angesprochen. Das BAG erkannte hierin ein Indiz für die Vermutung einer unzulässigen altersbedingten Benachteiligung eines 36-jährigen Juristen mit Berufserfahrung, der nicht in das Bewerberauswahlverfahren einbezogen wurde. Das LAG Baden-Württemberg (Urteil vom 9. November 2015 - 6 Sa 68/14) hat jetzt in einer ähnlichen Fallkonstellation die Entschädigungsklage des übergangenen Bewerbers abgewiesen. Hier lag der Sachverhalt wie folgt: Die Beklagte, eine Supermarktkette inserierte in der NJW die Stelle eines „Senior Consultant/Jurist (w/m) Recht International“ und rechts daneben die Stelle eines „Junior Consult/Jurist (w/m) Projekte kaufmännische Verwaltung“. Das Profil für die Junior Consultant-Stelle lautet:

„Sie sind Volljurist, (w/m) mit überdurchschnittlichen Staatsexamina (mindestens „ befriedigend“) und haben ihren Schwerpunkt im Wirtschaftsrecht gesetzt. Sie sind Berufseinsteiger oder konnten bereits erste Erfahrungen in einer Rechtsanwaltskanzlei oder in einem Unternehmen sammeln. Sie verfügen über gute Kenntnisse im Handels- und Gesellschaftsrecht und haben Interesse am Steuerrecht sowie bilanziellen Fragestellungen ...

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