Unbewusster Drogenkonsum – und der Führerschein

Dem bewussten Konsum harter Drogen gleichzustellen ist der Vorgang, dass der Betroffene im gefahrgeneigten Umfeld nicht besonders Vorsorge trifft, um einen unbewussten Drogenkonsum auszuschließen, und so ungewollt Drogen zu sich nimmt.

In dem hier vom Verwaltungsgericht Schwerin entschiedenen Fall hatte die zuständige Behörde eine Fahrerlaubnis gemäß § 3 Abs. 1 S. 1 StVG i.V.m. § 46 FeV unter Anordnung der sofortigen Vollziehbarkeit entzogen, da eine bei der Fahrerin im Rahmen einer Verkehrskontrolle am Rande eines Techno-Festivals entnommene Blutprobe eine Amphetaminkonzentration von 21, 5 ng/ml aufwies und somit deutlich über der Nachweisgrenze von 2, 0 ng/ml1 lag.

Hiergegen wehrte sich die Fahrerin: Sie habe wissentlich keine Drogen genommen. Sie habe gemeinsam mit Freunden am 01.08.2015 gegen Mittag /frühen Nachmittag das vorgenannte Techno- und Goa-Festival besucht. Die Fahrerin sei als Fahrerin ihres PKW zu dem Festival angereist und habe ihre Freunde mitgenommen. Nachdem sie das Festivalgelände erreicht hätten, hätten sich die Fahrerin, ihre Freunde sowie ihr beiläufig bekannte und auch nicht bekannte Gäste der Veranstaltung vor den aufgebauten Zelten zusammengesetzt und dort etwas getrunken. Da die Fahrerin keinen Alkohol trinke, habe sie sich eine 1, 5 l Cola-Flasche mitgebracht. Aus dieser habe sie mit mehreren Personen getrunken, wobei man hierzu weiße Plastikbecher mit einem Fassungsvermögen von ca. 0, 2 l verwendet habe. Solche hätten auch die anderen Anwesenden benutzt. Man habe die Becher dann auf einen Campingtisch abgestellt. Offensichtlich sei es hierbei zu einer Verwechslung der Becher gekommen. Aufgrund der gleichartigen weißen Becher, die nicht markiert und zu einem Großteil mit Cola gefüllt gewesen seien, müsse die Fahrerin beim Absetzen ihres Bechers und der Wiederaufnahme „ihres“ Bechers vom Tisch die Becher vertauscht haben ...

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