Sprachbarrieren im ärztlichen Aufklärungsgespräch

Im Rahmen der 15. Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht im Deutschen Anwaltverein wurde ein interessantes Thema diskutiert: die Problematik der Verständigung zwischen Patienten mit Migrationshintergrund und Ärzten.

Rechtsanwältin Irem Scholz, Fachanwältin für Medizinrecht

Aufklärungspflicht des Arztes
§ 630c BGB verpflichtet den Arzt, dem Patienten zu Beginn der Behandlung und, soweit erforderlich, im weiteren Verlauf sämtliche, für die Behandlung wesentlichen Umstände zu erläutern, insbesondere die Diagnose, die voraussichtliche gesundheitliche Entwicklung, die Therapie und die während und nach der Therapie zu ergreifenden Maßnahmen. Der Patient muss diese Informationen verstehen, denn nur dann kann er sich für oder gegen die Behandlung entscheiden. Diese Informationspflicht kann der Arzt nur vollständig erfüllen, wenn keine Sprachbarriere besteht. Gerade auch bei dem vor einer Operation erforderlichen Aufklärungsgespräch (§ 630e BGB) ist die klare und unmissverständliche Verständigung wichtig. Aufgrund fehlender Sprachkenntnisse ist jedoch häufig eine sichere Kommunikation zwischen Arzt und Patient nicht möglich.

Sprachbarrieren beim Aufklärungsgespräch
Doch wie will der Patient in einen ärztlichen Eingriff einwilligen, wenn er nicht versteht, was der Arzt ihm zu „Risiken und Nebenwirkungen“ erklärt? Wer ist verpflichtet, diese Barriere zu überwinden?

Der Arzt muss die deutsche Sprache so beherrschen, dass er den Patienten beraten und behandeln kann. Kann er das nicht leisten, findet eine Aufklärung nicht statt bzw ...

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