NSU: Das BKA hat Ihnen eine wichtige Mitteilung zu machen!!!!

von Holger Schmidt

11.01.2016, von Holger Schmidt

Zeugenladung des BKA

Ein interessanter Brief hat das Oberlandesgericht München vor Weihnachten erreicht: Ein Berliner Rechtsanwalt schreibt, dass sein Mandant offenbar auf einer „Todesliste“ der Ceska-Morde gestanden habe: „Das BKA hat Ihnen eine wichtige Mitteilung zu machen!!!!“ habe auf einer Zeugenvorladung gestanden, die der Mann aus Berlin-Schöneberg im Sommer 2007 damals bekommen habe. Dieser Zeitpunkt ist bemerkenswert, weil es damals keine ernste Spur zu den Tätern gab und aus heutiger Sicht klar ist, dass die Tatserie mit der Ceska zu diesem Zeitpunkt zu Ende war.

Der Anwalt berichtet weiter, dass seinem Mandanten 2007 bei der Befragung durch das BKA mitgeteilt wurde, dass man wegen einer „Todesliste“ ermittele, auf der offenbar auch er stehe – sowie alle bisherigen Opfer der damals „Döner-Morde“ genannten Serie. Als Beleg schickte er dem Gericht auch eine Kopie der damaligen Ladung des BKA. Der Satz mit dem Hinweis steht dort tatsächlich, in Fettdruck und mit vier Ausrufezeichen. Der Berliner Anwalt wollte deshalb nun, im Winter 2015, für seinen Mandanten Akteneinsicht im „NSU-Verfahren“ und wissen, was an der ganzen Sache dran ist.

Der Staatsschutzsenat bat daraufhin die Bundesanwaltschaft, den Vorgang abzuklären. Oberstaatsanwalt (BGH) Jochen Weingarten meldete prompt: Ja, diese Ermittlung habe es 2007 tatsächlich gegeben: Ein (anderer) Zeuge habe sich im August 2007 beim Bundeskriminalamt gemeldet und angegeben, dass die Ceska-Morde im Zusammenhang mit internationalem Heroinhandel zwischen der Türkei, Deutschland und den Niederlanden stünden. Der Hinweisgeber habe eine Liste mit mindestens 22 Namen und Fotos dazu gesehen ...

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