Let’s play! Jugendschutzrechtlich (k)ein Kinderspiel

von Felix Hilgert

Nachdem wir uns vor einiger Zeit schon einmal den urheberrechtlichen Fragen rund um die Erstellung und Verbreitung von Let’s play Videos gewidmet haben, ist nun der Jugendschutz dran. Darf man eigentlich ein Video mit Szenen aus einem Spiel für Erwachsene tagsüber bei YouTube zeigen? Und was ist mit indizierten Spielen?

Nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) müssen Anbieter entwicklungsbeeinträchtigender Angebote dafür Sorge tragen, dass Minderjährige der betroffenen Altersstufen diese üblicherweise nicht wahrnehmen; jugendgefährdende Angbeote dürfen grundsätzlich nicht frei verbreitet oder zugänglich gemacht werden.

Anders als in der Literatur zum Teil vertreten (Beyvers/Beyvers, MMR 2015, 794 (799)) gelten die Alterskennzeichen der zugrunde liegenden Spiele aber nicht automatisch auch für Let’s Play Videos, die meist alles andere als inhaltsgleich mit dem zugrunde liegenden Titel sind. Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe:

Erstens fehlt dem abgefilmten Spielgeschehen eines Let’s Play Videos der interaktive Charakter. Die Zuschauer verfolgen das Spielgeschehen mehr oder weniger passiv. Ihre Beteiligungsmöglichkeiten beschränken sich auf das Chatfenster oder Kommentarfeld – beim Spielen selbst sind sie außen vor.

Zweitens sind Let’s Play Videos auch wegen des begleitenden Audio-Kommentars eigenständig zu bewerten ...

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