Insolventes Unternehmen übernehmen?

von Oliver Gothe Syren

In meiner Beratungspraxis – sowohl bei Einzelunternehmern als auch bei GmbHs verbreitet – stellen sich die Unternehmer in den meisten Fällen die Frage, ob sie den Geschäftsbetrieb nicht über eine neu gegründete Firma fortführen können: die Website, die Kunden, Telefonnummern, vielleicht auch das Büro oder den Laden/die Gaststätte.

Aktuell habe ich zu einer solchen “Auffanglösung” wieder einige Anfragen erhalten – etwa, ob die Untervermietung an eine von einem Partner neu gegründete Firma möglich sei. Vorsicht – ohne weitere Absicherung und Beratung kann dies ein Schritt in die Haftungsübernahme durch die Gläubiger und Finanzamt des insolventen Unternehmens sein. Haftungsrisiken für Übernehmer

Bei einer Übernahme von Bestandteilen einer Firma (das fängt mit der Website oder Anschrift an) bestehen folgende Haftungsrisiken:

1. Anfechtung der Übernahme

In einem späteren Insolvenzverfahren kann die Übertragung von Gegenständen oder auch Übernahme von Kunden angefochten werden (§§ 129 ff. Insolvenzordnung). Kommt es nicht zu einem Insolvenzverfahren, können auch Gläubiger nach dem sog. Anfechtungsgesetz Übertragungen anfechten.

In der Praxis verbreitet ist aber, dass Gläubiger, allen voran die Finanzämter oder ggf. Krankenkassen bei Verdacht “die Reißleine” ziehen, damit die sog. “Ordnungsfunktion” (sprich Anfechtungen und ggf. strafrechtliche Maßnahmen) der Insolvenzverwaltung in Gang gesetzt wird.

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