“Der eine Arzt untersuche so, der andere eben auf seine Art…”

von Liz Collet

Man könnte den folgenden Beitrag auch mit der Frage titeln:

“Auf Armlänge und im Schulterschluss mit dem Gynäkologen?”

Auf Armlänge entfernt kann nur keine Patientin den Gynäkologen halten. Zumal diese auch heimliches Filmen kaum technisch verhindern würde.

Umso befremdlicher daher prozessual wie verteidigungstaktisch mitnichten gebotener, verbaler Schulterschluss der Strafverteidigung mit fragwürdigen und angeklagten Verhaltensweisen des eigenen Mandanten, um den es im Folgenden geht.

Es ist – im Grundsatz – richtig, dass es zu den Aufgaben von Strafverteidigern gehört, die bestmögliche legale Verteidigung für den Mandanten zu leisten. Bei einer Reihe von Fällen von – nennen wir es dem Grundsatz der zunächst geltenden rechtlichen Unschuldsvermutung folgend – so neutral wie möglich “(straf-)rechtlich klärungsbedürftigen Verhaltensweise” von Ärzten des Fachgebietes der Gynäkologie hat man indessen seit einiger Zeit das befremdliche Gefühl, die Lehrbücher der Medizin müssten dazu neu geschrieben werden, wenn derlei Verhaltensweisen von Ärzten gegenüber Patientinnen noch als “lege artes” und als im Rahmen des medizinisch Notwendigen oder Erlaubten oder wissenschaftlich Erklärbaren liegen solle.

Wir sind ja schon manche erstaunliche Verteidigungsstrategie aus Fällen wie denen des ehemaligen Bamberger Chefarztes gewohnt, der – wie man diesen und jenen und auch diesen Berichten entnehmen darf – offenbar Sitzungssaal mit Hörsaal oder Kongress-Saal verwechselnd – weniger eine Einlassung zu Tatvorwürfen als Angeklagter, denn einen Vortrag liefert ...

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