Urteil: Keine Geldübergabe an Unsterbliche - Spiritueller Meister muss Geld zurückzahlen

Oberlandesgericht München, Urteil vom 10.12.2015 - 14 U 915/15 Urteil: Keine Geldübergabe an Unsterbliche - Spiritueller Meister muss Geld zurückzahlen Ein Ehepaar überwies regelmäßig einen Teil ihres Einkommens an einen "spirituellen Meister", damit dieser es an die "Unsterblichen" weiterleiten könne. Allerdings wurde das Geld nicht weitergeleitet, sondern selbst ausgegeben. Die Eheleute klagen auf Rückzahlung von rund 109.000 Euro.

Wer andere um Geld betrügt, muss den Betrogenen die entsprechenden Beträge zurückzahlen, so die übliche Rechtsauffassung. Ganz so einfach stellt sich die Sache in Wirklichkeit jedoch nicht immer dar. Denn ein Betrug bedeutet rechtlich, dass der Betrüger beim Opfer durch seine Täuschung einen Irrtum hervorruft, aufgrund dessen das Opfer eine Zahlung tätigt. Liegt aber auch ein Betrug vor, wenn der Betrüger etwas behauptet, das ganz und gar unmöglich ist - und wenn das Opfer ihm trotzdem glaubt?

Der Sachverhalt

Ein Ehepaar, das in der Schweiz ein esoterisches Zentrum betrieb, war seit langer Zeit eng mit einem Mann befreundet, in dem es seinen "spirituellen Meister" sah. Um auf ihrem "adeptischen Weg" weiter zu kommen, sollten beide nach dem Willen des Meisters Gutes tun - und dafür zehn Prozent ihres Einkommens spenden.

Das Geld sollten sie dem Meister übergeben, damit dieser es an die "Unsterblichen" weiterleite, die es der für die Menschheit sinnvollsten Verwendung zuführen könnten. Bei den "Unsterblichen" sollte es sich um lange verstorbene Menschen handeln. Das Ehepaar überwies jahrelang Geld. Dafür erhielten sie Rechnungen über Dienstleistungen wie Coaching. Dies ging so lange, bis sie einen Anruf von der Exfrau des Meisters bekamen, die sie darüber aufklärte, dass dieser das Geld für sich selbst ausgab. Die Eheleute klagten auf Rückzahlung von rund 109.000 Euro.

Das Urteil des Oberlandesgericht München (Az. 14 U 915/15)

Das Oberlandesgericht München (Urteil, Az ...

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