Urteil: Ratte dringt in Hotelzimmer ein – Reisemangel?

von Andreas Stephan

Das Amtsgericht Köln musste sich mit der Frage beschäftigen, ob das Eindringen einer Ratte über einen Balkon in das Hotelzimmer einen Reisemangel darstellt. Nach einem Mallorca-Urlaub verlangten die Kläger deswegen eine Reisepreisminderung in Höhe von 50%.

Die Kläger buchten einen Mallorca-Urlaub. Eines Abends öffnete der Vater die Balkontüre, um zu lüften, wobei eine Ratte die offene Tür in das Hotelzimmer lief. Der Vater rief dann einen Hotelangestellten. Zusammen mit diesem konnte man die Ratte wieder verjagen. Dabei entdeckte der Vater auf einem nahegelegenen Vordach zwei weitere Ratten, welche der Hotelangestellte nicht verjagen konnte.

Daraufhin hat das Hotel den Klägern den Umzug in ein anderes Hotelzimmer angeboten. Dies lehnten die Kläger mit der Begründung ab, dass dort ja auch Ungeziefer sein könne. Anschließend wollte die Familie den Reisepreis um 50% mindern, was der Reiseveranstalter aber ablehnte, weshalb man diesen verklagte.

Aus dem Urteil des Amtsgericht Köln (Az. 142 C 78/15):

[…] Ratten werden allgemein als grösseres Ungeziefer angesehen. Ratten in der Unterkunft stellen daher, auch ohne dass sie gehäuft auftreten müssten, objektiv einen Mangel dar. Allerdings sind Ratten auch keine unübliche Erscheinung in südlichen Urlaubsregionen. Sie sind auch eine Erscheinung des Massentourismus. Mit der Existenz von Ratten in der Nähe von Hotels ist daher zu rechnen, dies gilt selbst dann wenn auf Sauberkeit und Hygiene im Hotel und in seinem Umfeld geachtet wird ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK