Sorgfaltspflichten beim Silvester-Feuerwerk

von Olaf Moegelin

Besonders Jugendliche neigen zu Leichtsinn im Umgang mit Feuerwerkskrpern zu Silvester. Das Thringer Oberlandesgericht hatte zu entscheiden, welche Anforderungen an die Voraussicht und Sorgfalt jugendlicher Personen, die ein Feuerwerk abbrennen, zu stellen sind.

Zudem hatte das Gericht zur Frage Stellung zu nehmen, inwieweit das Tragen ungeeigneter, leicht entzndlicher synthetischer Bekleidung beim Silvesterfeuerwerk unter dem Gesichtspunkt des Mitverschuldens zugerechnet werden, wenn die Schwere der Verletzungen mageblich daraus resultiert.

Dem Fall zugrunde lagen Vorkommnisse in der Silvesternacht 2000/2001. Die 16 Jahre alte Beklagte zndete einen Feuerwerkskrper und zwar ein Bienchen, welches sich bestimmungsgem erst drehen, dann senkrecht aufsteigen und danach explodieren/versprhen sollte. Die Klgerin hat nicht nachgewiesen, dass die Abgabe dieses Bienchen nicht an Personen unter 18 Jahren erfolgen sollte. Zeugenaussagen haben ergeben, dass dieser Feuerwerkskrper in relativ kurzer Distanz zur Klgerin durch die Beklagte gezndet worden ist. Die Klgerin trug bei dem Vorfall einen leicht brennbaren Anorak.

Die Klgerin war im Zeitpunkt des schdigenden Ereignisses 12 Jahre alt und Gymnasialschlerin. Sie erlitt Verbrennungen 2. und 3. Grades im Bereich beider Oberschenkelinnenseiten, des Unterbauches und im Genitalbereich (insgesamt ca. 10 % der Krperoberflche). Es wurde unter anderem auch eine Hautverpflanzung durchgefhrt. Die ambulanten Behandlungen dauern an wie auch die Krankengymnastik im Zusammenhang mit der umfangreichen Narbenbildung. Als Dauerschaden ist neben den physischen Schden eine posttraumatische Belastungsstrung (PCBS) in Form einer traumatischen Neurose eingetreten gem dem gerichtlich eingeholte Gutachten, ferner eine Dysthymie. Das Ma der Lebensbeeintrchtigung ergibt sich insbesonder aus der verletzungsbedingten Behinderung mit einem festgestellten Grad der Behinderung von 50 % ...

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