Vermietung an nahe Angehörige und der Fremdvergleich

In steuerlicher Hinsicht ist bei der Vermietung von Räumlichkeiten an nahe Angehörige immer darauf zu achten, dass das Mietverhältnis, auch so, wie es gelebt wird, dem sogenannten Fremdvergleich standhält, da sonst insbesondere die Gefahr besteht, dass für diese Wohnung Werbungskosten nicht berücksichtigt werden.

Dies hat eindrucksvoll nun wieder einmal das Finanzgericht Düsseldorf aufgezeigt.

In dem entschiedenen Fall waren die Kläger Eigentümer eines Hauses mit einer Gesamtwohnfläche von 119 qm. In der Einkommensteuererklärung 2012 erklärten sie hierzu in der Anlage V Mieteinnahmen für die Wohnung im Erdgeschoss (65 qm) iHv 6.417 € sowie Werbungskosten von 18.450 €, dies ergab einen Verlust von 10.343 €. In den Werbungskosten waren umlagefähige Betriebskosten von 4.261 € enthalten. Die vereinnahmten Umlagen betrugen 1.690 €. Auf diesbezügliche Nachfrage des beklagten Finanzamtes erklärten die Kläger, bezüglich der Wohnung im Obergeschoss von 54 qm sei ein Vertrag vom 23.11.2011 mit ihrer Tochter geschlossen worden. Die Tochter zahle keine Miete, da sie nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgehe, aus der dortigen Entlohnung bestreite sie im Wesentlichen ihren Unterhalt. Auch eine Beteiligung der Tochter an den Nebenkosten finde nicht statt.

Laut Vertrag betrug die Kaltmiete 350 €, die monatlichen Nebenkostenvorauszahlungen betrugen 125 €.

Laut Anlage Kind für 2012 besuchte die Tochter bis zum 1. 7. 2012 das Gymnasium, ab dem 01.10.2012 studierte sie in B.

Im Einkommensteuerbescheid 2012 vom 09.08.2013 verneinte das Finanzamt für die Wohnung im Obergeschoss die Einkunftserzielungsabsicht der Kläger. Die Werbungskosten wurden daher gekürzt und nur anteilig mit 53,78 % zum Abzug zugelassen, soweit die nicht direkt zuzuordnen waren. Es ergab sich ein Verlust von 1.031 € aus Vermietung und Verpachtung ...

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