Gerade nochmal gut gegangen!

von Peter Ratzka

Die Zeugin belastete die Angeklagten schwer. Sie war die einzige Zeugin, ihre Aussage daher von übergeordneter Bedeutung. Was auffiel war, dass die Zeugin große Erinnerungslücken hatte, sich schon in zwei polizeilichen Vernehmungen widersprach und auch die Aussage in der Hauptverhandlung von den Aussagen bei der Polizei in etlichen, spielentscheidenden Punkten abwich. Nicht nur die Verteidigung, sondern auch Gericht und Staatsanwaltschaft waren mehr als skeptisch.

Der Zeugin drohte somit spätestens nach der zu erwartenden harten Befragung durch die Verteidigung ein Strafverfahren wegen uneidlicher Falschaussage und falscher Verdächtigung.

Zu ihrem Glück teilte die Staatsanwaltschaft noch vor der Vernehmung der Zeugin durch die Verteidigung mit, dass sie die weitere Vernehmung der Zeugin sowie der weiteren Zeugen (die keine direkten Tatzeugen waren) nicht mehr für erforderlich halte, da schon das, was die Zeugin bislang in der Hauptverhandlung ausgesagt hatte, nicht ausreichte, um den Tatvorwurf zu bestätigen. Das Gericht teilte die Auffassung, die Nebenklägerin ließ sich von ihrer Anwältin überzeugen, dass eine Fortsetzung der Beweisaufnahme sicher nicht ganz leicht für sie werden würde ...

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