Britisch-deutsche Prozessanwälte für grenzüberschreitende Zivilprozesse

von Bernhard Schmeilzl

Wenn britische Prozessanwälte (Barristers) oder Mandanten einen Zivilprozess in Deutschland führen, erleben sie einen veritablen Kulturschock. Oft bringen sie dem deutschen Rechtsanwalt formelle schriftliche Zeugenaussagen in Form eidesstattlicher Versicherung mit (sog. Affidavits). Ferner verlangen sie vom deutschen Prozessanwalt, dass der nun endlich das „pre-action protocoll“ durchführt sowie die Gegenseite formell zur Herausgabe von Dokumenten anfordert (pre trial discovery procedure). Die Frustration ist groß, wenn der deutsche Anwalt dem UK Solicitor oder Inhouse Lawyer dann erklärt, dass man das in Deutschland nicht so macht. Ja, dass es von der Gegenseite sogar als schädliche Zeugenbeeinflussung ausgelegt werden kann, wenn man eine vom Zeugen bis ins kleinste Detail ausformulierte schriftliche Aussage vorlegt. Und dass es vor Gericht auch keine messerscharfen „Kreuzverhöre“ durch die Prozessanwälte geben wird, sondern die Zeugen in meist freundlichem Ton durch den Richter bzw. die Richterin selbst befragt werden. Von der fehlenden Jury ganz zu schweigen.

Die prozessualen Spielregeln im Common Law System sind ganz anders als im hiesigen kontinentalen Zivilprozess (mehr dazu hier). Wer für seinen Mandanten im jeweils anderen Rechtssystem einen Prozess vorbereiten oder gar führen will, muss das wissen ...

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