Schweigen ist Gold

von Dr. Wolfgang Staudinger

Straf­recht kann je­den tref­fen – zu­min­dest seine kleine Schwes­ter, das Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­recht. Die Re­geln sind im De­tail ver­schie­den. Es be­ste­hen aber ge­nü­gend Ge­mein­sam­kei­ten, um in die­sem Bei­trag auf beide Rechts­be­rei­che gleich­sam einzugehen.

Als Be­schul­dig­ter (im Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­recht heißt er „Be­trof­fe­ner“) be­kommt man in der Re­gel Post oder so­gar Be­such von der Po­li­zei. Und be­reits hier zeigt sich, dass ein Sprich­wort wahr ist: „Re­den ist Sil­ber, Schwei­gen ist Gold.“ Im schöns­ten Ju­ris­ten­la­tein liest sich das so: nemo ten­etur se ip­sum accusare.

Wenn der Be­schul­digte An­ga­ben zur Sa­che macht, wer­den sie ge­gen ihn ver­wen­det. Pro­ble­ma­tisch ist dies, weil der ju­ris­ti­sche Laie nicht weiß, was hilf­reich ist und was trotz der Hoff­nung auf Bes­se­rung der Si­tua­tion ge­nau zum Ge­gen­teil führt. Da­her heißt die ein­fa­che Re­gel, die Be­schul­digte be­ach­ten soll­ten: Nur Schwei­gen ist Gold. Ob spä­ter An­ga­ben ge­macht wer­den sol­len, kann in der Re­gel nur ein ju­ris­tisch ge­schul­ter Hel­fer ent­schei­den. Die­sen Rat be­kommt der Be­schul­digte bei ei­nem Straf­ver­tei­di­ger, also ei­nem An­walt, der sich der Straf– oder Buß­geld­sa­che im In­ter­esse des Be­schul­dig­ten annimmt.

Viele glau­ben noch im­mer, sie müss­ten bei der Po­li­zei aus­sa­gen. Das stimmt so nicht ...

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