BGH zum Wechselmodell

von Kurt Schulte Herbrüggen

Eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs zum Wechselmodell

In einer Entscheidung vom 05.11.2014 XII ZB 599/13, die in mehrfacher Hinsicht interessant ist, hat sich der Bundesgerichtshof mit der Frage beschäftigt, wann ein „Wechselmodell“ bei der Betreuung von Kindern vorliegt.

Was bedeutet das Wort „Wechselmodell”?

Der Bundesgerichtshof definiert den Begriff Wechselmodell so: “Anders ist es nur zu beurteilen, wenn die Eltern sich in der Betreuung eines Kindes abwechseln, so dass jeder von ihnen etwa die Hälfte der Versorgungs- und Erziehungsaufgaben wahrnimmt (Senatsbeschluss vom 12. März 2014 – XII ZB 234/13 – FamRZ 2014, 917 Rn. 29).”

Das Wechselmodell ist der genaue Gegensatz zum Residenzmodell, bei dem ein Elternteil zum überwiegenden Teil die Versorgung und Erziehung des Kindes übernommen hat. “Nach § 1606 Abs. 3 Satz 2 BGB erfüllt der Elternteil, der ein minderjähriges unverheiratetes Kind betreut, seine Verpflichtung, zum Unterhalt des Kindes beizutragen, in der Regel durch die Pflege und die Erziehung des Kindes. Die gesetzliche Regelung betrifft den Fall des sogenannten Residenzmodells und der damit verbundenen herkömmlichen Aufteilung von Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung. Sie stellt den kinderbetreuenden Elternteil in diesem Fall vom Barunterhalt frei.”

Warum ist die Frage, ob ein Wechselmodell vorliegt, überhaupt wichtig?

Sie ist deshalb wichtig, weil die Frage der Ausgestaltung der Kindesbetreuung entscheidenden Einfluss auf die Frage hat, wer berechtigt ist, Unterhalt zu verlangen, wer bezahlen muss und gegebenenfalls wieviel ...

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