Rolf Bossi im Alter von 92 Jahren verstorben

von Liz Collet

Ralf Bossi wurde als Rechtsanwalt und Strafverteidiger der spektakulären Fälle und prominenten Mandanten gleichermassen bekannt.

Er verteidigte Dieter Zlof, den Oetker-Entführer, den Gladbecker Geiselnehmer Dieter Degowski, die Schauspieleri Ingrid van Bergen nach der Tötung ihres Lebensgefährten ebenso wie den Hochstapler Gert Postel und DDR-Grenzsoldaten im Mauerschützenprozess.

Nach der 1969 eingelegten und erfolgreichen Revision beim Bundesgerichtshof übernahm er auch vor der Jugendkammer des Düsseldorfer Landgerichts erneut die Verteidigung des Kindermörders Jürgen Bartsch, in der es massgeblich nur noch um die Frage ging, ob dieser für die umfassend gestandenen Taten verantwortlich sei. Bei den zu dieser Zeit täglichen Berichten der Medien, der dann 1971 berichteten Verurteilung zu einer Jugendstrafe von zehn Jahren und einer anschließenden Unterbringung in der Heil- und Pflegeanstalt Eickelborn fiel mir als Kind erstmals der Name Rolf Bossi als Strafverteidiger auf, wenn tagtäglich an den vier üblichen Kästen der Münchner Tageszeitungen tz, AZ, SZ und der Zeitung, deren vier Buchstaben nicht weiter abzukürzen waren, Schlagzeilen prangten, an jedem Kiosk, Zeitungs- und Schreibwarenladen. Wenn man als Kind andere Kinder und deren Eltern reden hörte über den Fall. Menschen auf der Strasse, vor den Zeitungskästen, auch in der Tram beim Blättern in der Zeitung oder beim Blick auf diese. Und darüber, dass “so einer überhaupt einen Verteidiger fände”, mochte das bei vielen Zustimmung finden. Und manchen auch als Kind nachdenklich machen, ob, dass und warum jeder anwaltlichen Beistand verdient, selbst wenn es für Kinder und Eltern und nicht nur Eltern getöteter Kinder Angst und Sorge, unfassbares Leid bedeutet, was Kindern durch Täter widerfahren kann. Zwischen Elternhaus und Schulweg, auf dem Kinder selbst unterwegs sind, die solche Schlagzeilen lesen ...

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