„Die Mannschaft“ – der DFB und die Lust am Schmerz

von Christian Franz, LL.M.

Schon vor einiger Zeit hatte der DFB angekündigt, die National-Elf künftig als „Die Mannschaft“ betiteln zu wollen. Umfangreiches Marketing-Brimborium voller Männerromantik begleitete die Vorstellung. Inzwischen kann man das Ergebnis erster Markenanmeldungen bewundern. Warum nur gelingt es Fußballverbänden ein ums andere mal, sich markenrechtlich so ins eigene Bein zu schießen?

Eigentlich ist es nicht schwer: als Marke schutzfähig ist nur, was geeignet ist, „Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden“, § 3 Abs. 1 MarkenG. Fehlt es an derartiger Unterscheidungskraft, kann die Marke wegen eines „absoluten Schutzhindernisses“ nicht eingetragen werden, § 8 Abs. 2 Nr 1 MarkenG.

Und genau so liegt die Sache hier – schon wieder. Die FIFA hatte sich das – stellvertrend auch für den DFB als ihren Mitgliedsverband – schon einmal ganz genau erklären lassen:

„Die Eignung, Waren oder Dienstleistungen ihrer Herkunft nach zu unterscheiden, kommt ferner solchen Angaben nicht zu, die aus gebräuchlichen Wörtern oder Wendungen der deutschen Sprache bestehen, die etwa wegen einer entsprechenden Verwendung in der Werbung oder in den Medien stets nur als solche und nicht als Unterscheidungsmittel verstanden werden (vgl. BGH, GRUR 2001, 1042 – REICH UND SCHOEN; GRUR 2001, 1043, 1044 – Gute Zeiten – Schlechte Zeiten, m.w. Nachw.).“

(BGH, Urt. v. 27. 4. 2006, I ZB 96/05, GRUR 2006, 850, 854 – FUSSBALL WM 2006)

Jetzt also „Die Mannschaft“. Immerhin ist man diesmal schlauer und versucht zumindest nicht ohne jede Aussicht auf Erfolg, eine Wortmarke anzumelden – was auch kein Wunder ist, denn die Kollegen KLAKA Rechtsanwälte, die den DFB in den Eintragungsverfahren betreuen, verstehen Ihr Handwerk bekanntermaßen gut ...

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