Digitec: Entsorgen statt reparieren?!

von Martin Steiger

Mein Mandant P. kaufte Ende Dezember 2013 beim Onlinehändler Digitec AG ein Google Nexus 5-Smartphone für CHF 449.00. Ab Januar 2015 funktionierte das Smartphone nur noch mangelhaft, weil der Bildschirm schwarz blieb. P. brachte sein Smartphone deshalb bei Digitec zur Reparatur.

Im Ergebnis wurde das Smartphone aber trotz laufender Garantie- und Gewährleistungsfrist nicht repariert: Digitec – mehrheitlich im Besitz der Migros – verweigerte mit rechtlich und sachlich fragwürdigen Begründungen die kostenlose Reparatur unter Gewährleistung und empfahl P. sogar, sein Smartphone zu entsorgen …

Keine Reparatur: CyanogenMod als «Fremdeingriff»

Einige Wochen später meldete sich die Mobiletouch AG bei P. und teilte mit, das Smartphone könne nicht kostenlos repariert werden, da die «Fehlerursache auf einen Fremdeingriff zurückzuführen» sei. Mobiletouch war das «Servicecenter», an das Digitec das Smartphone zur Reparatur weitergeleitet hatte. «Fremdeingriff« war die Installation von CyanogenMod, einer gängigen Alternative zum standardmässigen Android-Betriebssystem.

Mobiletouch lehnte die kostenlose Reparatur mit Verweis auf die Garantiebestimmungen von Nexus 5-Hersteller LG Electronics ab. Die Reparatur sollte deshalb insgesamt CHF 403.15 kosten, wobei vorgesehen war, das Mainboard zu ersetzen. Digitec bezeichnete das Vorgehen der Mobiletouch AG als «branchenüblich».

Allerdings begründete Mobiletouch nicht, inwiefern CyanogenMod überhaupt «Fehlerursache» sein konnte. Die Installation von CyanogenMod auf einem Android-Smartphone ist rechtmässig. Im Übrigen hatte P. sein Smartphone bei Digitec gekauft und musste sich folglich etwaige Garantiebestimmungen von Hersteller LG Electronics nicht vorhalten lassen.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Digitec enthalten – soweit ersichtlich – auch keine entsprechenden Bestimmungen ...

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