2+X=2

von Carl Christian Müller

Ich hatte schon einmal kurz über den Fall berichtet: Der Mandant hatte sich ein größeres Strafverfahren “verdient”. In der ersten Instanz wurde aus vielen kleinen Einzelstrafen eine Gesamtstrafe von mehr als zwei Jahren gebildet. Da eine Freiheitsstrafe nur bei maximal zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden kann, hätte der Mandant diese absitzen müssen. Die Berufungsinstanz zeigte indes ein Einsehen und reduzierte die Strafe auf genau zwei Jahre, um diese dann zur Bewährung auszusetzen.

Weniger erfreulich war, daß daneben noch ein zweites Verfahren lief, in dem über drei Anklagevorwürfe zu verhandeln war. Eine Einstellung dieses Verfahrens scheiterte an der Mitwirkung der Staatsanwaltschaft, die meinen Mandanten in Haft sehen wollte. In der Hauptverhandlung konnten immerhin zwei der Vorwürfe entkräftet werden. Ein Tatvorwurf blieb bestehen, so daß der Mandant insoweit eine Freiheitsstrafe von wenigen Monaten erhielt.

Nun wurde es heikel: Aus den Einzelstrafen der vorherigen Verurteilung und der neuen Freiheitsstrafe war wiederum eine Gesamtstrafe zu bilden. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, daß die Strafe nun in jedem Fall höher als zwei Jahre ausfallen müsse. Zwei Jahre habe schließlich schon die frühere Gesamtstrafe betragen. Jetzt seien einige Monate hinzugekommen ...

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