Tragischer Unfall auf dem Arbeitsweg

Das Landessozialgericht (LSG) Berlin-Brandenburg hat mit Urteil vom 9. Januar 2014 entschieden (L 2 U 87/14), dass ein verheirateter Versicherter auch auf dem Weg von der Wohnung seiner Freundin zur Arbeit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen kann. Maßgeblich ist der Mittelpunkt der Lebensverhältnisse und nicht die formale rechtliche Beziehung, vor allem in der Trennungsphase einer Ehe. Außerdem ist wichtig, dass sein Handeln erkennbar darauf ausgerichtet war, seinen Arbeitsplatz zu erreichen.

Ein Mann war als Hausmeister bei einer gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft tätig und betreute dabei mehrere Mietobjekte, ohne an feste Arbeitszeiten gebunden zu sein. Privat lebte er in Trennung von seiner Frau und wohnte bei seiner Freundin. Er war noch in seiner ehelichen Wohnung gemeldet, wo aus Platzgründen auch noch teilweise seine Kleidung und sein sonstiger Besitzes aufbewahrt waren. Die Wohnung seiner Freundin wurde bereits für seinen Einzug in absehbarer Zeit umgebaut. Die Wohnungsbaugesellschaft hatte seiner Frau zugesagt, dass sie in eine kleinere Wohnung umziehen konnte.

Im Mai 2012 ereignete sich ein tragischer Unfall, bei dem der Mann morgens gegen 8.30 Uhr mit seinem Motorrad ums Lebens kam, als er mit einem Kleinbus kollidierte, der aus einer Grundstückseinfahrt herausfuhr. Dabei führte er diverse Schlüssel für die von ihm betreuten Objekte mit sich.

Im Nachgang wollte seine Witwe dies als Arbeitsunfall anerkennt wissen, welches der gesetzliche Unfallversicherungsträger ablehnte und sich darauf berief, dass der Ausgangspunkt des Weges und das Ziel nicht klar gewesen seien. Daher könne nicht zweifelsfrei von einer beabsichtigten betrieblichen Tätigkeit ausgegangen werden ...

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