AGG-Hopper-Anwalt fordert 60.000 EUR Entschädigung wegen Altersdiskriminierung

von Thorsten Blaufelder

Sucht ein Arbeitgeber in einer Stellenanzeige nach einem „Berufseinsteiger“ und „Junior Consultant“, ist dies nicht altersdiskriminierend. Dies hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg in Stuttgart in einem am Dienstag, 15.12.2015, veröffentlichten Urteil entschieden und damit einem promovierten Rechtsanwalt eine Entschädigung versagt (AZ: 6 Sa 68/14).

Der Anwalt hatte sich 2013 nach eigenen Angaben per E-Mail auf eine Stellenanzeige einer Supermarktkette beworben. Darin wurde in der Überschrift nach einem „Junior Consultant/Jurist (w/m)“ und „Berufsanfänger“ gesucht. Im Anzeigentext wurde unter anderem verlangt, dass der „Berufseinsteiger“ Volljurist sein und ein überdurchschnittliches Staatsexamen (mindestens befriedigend) aufweisen müsse.

Der Anwalt, der seit 1988 eine Kanzlei betreibt, gab an, das Unternehmen an seine Bewerbung noch einmal erinnert zu haben. Im August 2013 forderte er schließlich die Supermarktkette auf, ihm wegen Altersdiskriminierung 60.000,00 € Schadenersatz zu zahlen. Mit der im September eingereichten Klage verlangte er Schadenersatz in unbezifferter Höhe. In der Klagebegründung stellte er sich dann aber mindestens 15.000,00 € vor.

Mit der Stellensuche nach einem „Berufseinsteiger“ und „Junior Consultant“ sei er als Bewerber aufgrund seines Lebensalters diskriminiert worden.

Der Arbeitgeber dachte jedoch nicht daran, eine Entschädigung zu zahlen. Der Anwalt betreibe eine Vielzahl an Entschädigungsklagen, so dass gar keine ernsthafte Bewerbung vorliege. Außerdem beziehe sich der Begriff „Junior Consultant“ auf die Berufserfahrung und Hierarchie in einem Unternehmen ...

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