Kommentar: Bewertung des Klimaschutzabkommens von Paris

von Dr. Peter Nagel

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Ohne Zweifel, es ist ein historischer Durchbruch. Der bedeutendste Wert des Abkommens ist, dass globale Staatengemeinschaft nun offiziell anerkennt, dass die Erderwärmung ein riesiges Problem ist und dass sich 196 Staaten dazu bekennen, das Klima schützen zu wollen. Das war bis letzte Woche bei weitem nicht so.

Entscheidend für den Durchbruch war, dass es gelungen ist, die Erneuerbaren Energien zu einer gewinnbringenden Wirtschaftsbranche zu machen. Dies hat die Führenden der Welt dazu bewegt, Klimaschutz zu akzeptieren. Die alte Formel, dass Klimaschutz eine ökonomische Belastung ist, hat endlich ausgedient und gilt nicht einmal mehr in der Energiewirtschaft. Selbst hartgesottene Klimasünder wie RWE, E.ON und große Teile der Energiewirtschaft in den USA oder China haben erkannt, dass Klimaschutz mit Windrädern oder Solarstrom keine Belastung für ihre Unternehmen mehr ist, sondern das neue Geschäftsmodell zum Überleben der Konzerne. Die Kostensenkung der Erneuerbaren Energien im letzten Jahrzehnt hat die Basis geschaffen, dass dieses Weltklimaschutzabkommen möglich wurde. Im tieferen Kern hat das deutsche EEG erst den Weg bereitet für das Pariser Klimaschutzabkommen. Denn das EEG gab den wesentlichen Anstoß für die globale industrielle Massenfertigung der Erneuerbaren Energien, womit die Kostensenkung erst ermöglicht wurde.

Nur: der Klimaschutzvertrag selbst ignoriert noch immer diese phänomenale Entwicklung. Die Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien als wichtigste Klimaschutzmaßnahme wird dort nicht benannt. Der Begriff Erneuerbare Energien kommt überhaupt nur ein einziges Mal im ganzen ca. 6.000 Wörter umfassenden Klimavertrag vor.

Zudem: Die Ziele und Maßnahmen im Pariser Abkommen sind völlig unzulänglich. Zwar soll die Erderwärmung auf unter 2° C, besser 1,5° C begrenzt werden ...

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