Die Bestellbestätigung beim Online-Kauf

Die Bestellbestätigung beim Online-Kauf

Als Jurastudent ist man allzu oft versucht, etwa für seine Hausarbeit eine Gerichtsentscheidung zu finden, die genau das im Sachverhalt geschilderte Problem betrifft und abschließend löst. Dann kann man sich ja sicher sein, dass die Lösung richtig und die Prüfung bestanden ist. Wer so denkt, übersieht jedoch, dass in Prüfungen sowie im Examen nur (leicht) abgewandelte Formen einer Entscheidung zur Bearbeitung gestellt werden. Dann wird man oft vom Ergebnis enttäuscht sein, wenn man das endlich gefundene Urteil mit Gewalt umbiegt und auf den Prüfungsfall anwendet, der oft ganz anders zu lösen ist. Aussichtslos dürfte es also sein, wenn man nach einer Gerichtsentscheidung sucht, die z.B. genau den Wortlaut in einer Bestellbestätigung beim Online-Kauf enthält, wie er im Sachverhalt vorgegeben ist. Deshalb will ich kurz umschreiben, auf was es wirklich ankommt.

Nachdem nur in den seltensten Fällen eine Entscheidung existiert, die genau vom Wortlaut her das zu bearbeitende Problem trifft, muss man sich den Sinn des Jurastudiums vor Augen führen. Es geht nicht um das Auffinden solcher Entscheidungen, sondern um das Erlernen der juristisch nachvollziehbaren und vertretbaren Argumentation. Man muss unter anderem also in der Lage sein, höchstrichterliche Entscheidungen von ihrem Sinngehalt her auf neue Fallkonstellationen zu übertragen. Dafür muss man natürlich mit der Gesetzesanwendung vertraut sein und die juristische Methodenlehre anwenden. Besonders im Examen eröffnet sich somit ein großer Spielraum zur Notendifferenzierung, denn der erfolgreiche Student zeigt, dass er die Rechtsprechung verstanden hat und auch auf einen unbekannten Fall übertragen und vertretbar argumentieren kann ...

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