Freie Mitarbeit in auswärtiger Steuerberatungspraxis – und die örtliche Zuständigkeit des Finanzamtes

Nach §§ 179 Abs. 1, 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b AO sind die Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit im Wege gesonderter Feststellung von Besteuerungsgrundlagen festzustellen, wenn das für die gesonderte Feststellung zuständige Finanzamt nicht auch für die Steuern vom Einkommen zuständig ist.

Diese Voraussetzung ist im Falle von Einkünften aus selbständiger Arbeit bei freier Mitarbeit eines Steuerberaters in einer auswärtigen Steuerberatungspraxis gegeben.Denn das im Streitfall beklagte und für die Einkommensbesteuerung des Steuerberaters als Wohnsitz-Finanzamt zuständige Finanzamt ist nicht für die Feststellung der Besteuerungsgrundlagen hinsichtlich der freiberuflichen Tätigkeit des Steuerberaters in S zuständig.

Nach Maßgabe der tatsächlichen Feststellungen des Finanzgericht ist dessen Würdigung, der Steuerberater habe seine steuerberatende Tätigkeit in der Steuerberaterpraxis als selbständiger Steuerberater i.S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG ausgeübt für den Bundesfinanzhof nach § 118 Abs. 2 FGO bindend, weil diese Würdigung denkgesetzlich möglich ist und nicht gegen allgemeine Erfahrungssätze verstößt und die Beteiligten dagegen keine Einwendungen erhoben haben.

Auf dieser Grundlage ist nicht das Wohnsitz-Finanzamt, sondern das für die Steuerberaterpraxis zuständige Finanzamt für die Feststellung der Besteuerungsgrundlagen hinsichtlich der dort vom Steuerberater ausgeübten Tätigkeit zuständig, weil der Steuerberater diese Tätigkeit -wegen der dort erzielten höchsten Umsätze aus seiner steuerberatenden Tätigkeit (hier: 61 % seiner Umsätze)- i.S. des § 18 Abs. 1 Nr. 3 AO „vorwiegend“ ausgeübt hat1 ...

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