Festgebissen – Die hartnäckige Privatklägerin

von Peter Ratzka

Innerfamiliäre Auseinandersetzung sind dann, wenn strafrechtlich relevante Handlungen im Raum stehen, immer recht brisant. Zuweilen nehmen sie aber auch fast schon skurrile Züge an.

Die angebliche Geschädigte einer Beleidigung und (sehr) einfachen Körperverletzung – nennen wir sie „O“ wie Opfer – zeigte den angeblichen Schädiger – nennen wir ihn „T“ wie Täter – an. Der Vorwurf lautete auf ein paar unschöne Worte und ein Wegschubsen, welches einen sog. pathologischen Zustand hervorrief, nämlich Schmerzen, so dass eine Körperverletzung im Raum stand.

Die Polizei vernahm O. als Zeugin. Die Staatsanwaltschaft machte das einzig Richtige: Sie stellte das Verfahren unter Verweis auf den Privatklageweg ein.

Die Privatklage ist eine Möglichkeit des Verfahrens, mit der das Opfer einer Straftat trotz fehlendem öffentlichen Interesse an der Verfolgung der Tat, ein Strafverfahren herbeiführen kann. Das Opfer „spielt“ also quasi Staatsanwaltschaft. In der Regel sind Verfahren, die mit Verweis auf den Privatklageweg eingestellt werden, für den angeblichen Täter damit erledigt.

Nicht so in diesem Fall. Die O. erhob, anwaltlich vertreten, tatsächlich Privatklage. Das Amtsgericht teilte mit, dass es eine Eröffnung des Hauptverfahrens nicht ins Auge fasse, da, unabhängig davon, dass die Taten im Streit standen, die strafrechtliche Relevanz des angezeigten Sachverhaltes wenn überhaupt sehr gering sei ...

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