Wenn der Bezirksschornsteinfeger drei mal läutet (notfalls auch durch 3 Instanzen)

von Liz Collet

Im Allgemeinen gilt er als Glücksbringer, vor allem wenn man seine russige Jacke berührt und an seinem messing- oder goldfarbenem Knopf der Berufsjacke rubbelt. Woher der Aberglaube kommt, lässt sich (wie bei vielen alten solchen Bräuchen) erklären: In alter Zeit und als man noch auf Holzkohlenofen zum Heizen der Stube, Kochen und Backen und auch zum Erhitzen heissen Wassers angewiesen war, war es schlicht eine Katastrophe für das Haus, wenn ein Kamin verstopft war oder schlecht zog. Meine Grosseltern lebten bis in die 80er Jahre noch nur mit einem solchen Holzkohlenofen in der Wohnküche, der (zusätzlich zum Gasherd) dort stand, aber die einzige Wärmequelle als Heizung und auch für warmes Wasser war, das es nicht fliessend aus dem Hahn gab. Auch wenn die beiden Schlafstuben auch im Winter nicht beheizt wurden, aber für die Wohnküche sorgte nur der jahrzehntealte Holzkohlenherd für Wärme und wurde dann auch energiesparsam zugleich zum Kochen oder auch Backen von Strudel oder Rohrnudeln als Mehlspeisenmahlzeit verwendet. Wenn dieser Herd ausgefallen wäre, der Kaminkehrer war da wie zu Zeiten der Generationen zuvor der rettende Handwerker, der mit der Säuberung von Kamin und Rohr wieder das “Glück” ins Haus zurückbrachte.

Was ein Brand früher bedeutete, zeigt die just diese Woche eröffnete Sonderausstellung “Feuer! in Partenkirchen – der große Marktbrand von 1865”, welche einen Besuch lohnt.

Abgesehen davon sorgt die Reinigung und Entfernung von angestautem Ruß und Kontrolle auch heute noch als Maßnahme des Brandschutzes vor gegen das Unglück eines Hausbrandes, wenn der Ruß sich anderenfalls entzünden könnte. Der Mann am Kamin und mit der entsprechenden Kompetenz ist also ein wirklicher Glücksbringer ...

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