Wie Anwälte in der Medienarbeit umdenken müssen

von Nicola Pridik

7. Dezember 2015 von Nicola Pridik Kommentar verfassen

Wie Anwälte in der Medienarbeit umdenken müssen

Ein Gastbeitrag von Martin Wohlrabe

Anwälte arbeiten zu Recht nach bestimmten Grundsätzen: Sie formulieren präzise wie keine zweite Berufsgruppe, im Interesse ihrer Mandanten taktieren sie gern bis zum Äußersten und nehmen sich innerhalb der Fristen meist alle verfügbare Zeit. Prinzipien, die in Fleisch und Blut übergegangen sind. Im Austausch mit den Medien gelten jedoch andere Spielregeln. Wer hier als Anwalt erfolgreich sein will, muss folgende Punkte beachten:

1. Schreiben Sie so oberflächlich wie möglich

Werfen Sie den Wunsch nach letzter sprachlicher Präzision über Bord. Natürlich nur in dem Maße, wie es für Sie als Anwalt noch vertretbar ist, aber dann eben auch soweit wie möglich. Sie werden erstaunt sein: All der sprachliche Ballast, von dem Sie sich verabschieden, lässt Ihre Texte viel leichter wirken. Und Sie tun nicht nur sich, sondern vor allem Lesern und Redaktion einen großen Gefallen. Knappe Sätze, wenig Substantive und kein Passiv – wenn Sie sich nur an diese drei Punkte halten, ist dies schon die halbe Miete. Die Folge: Ihre Leserzahlen werden steigen, Redaktionen dankbar mit Ihnen kooperieren und Sie selbst mit der Zeit ein geschätzter Rechtsexperte.

2. Harren Sie nie bis zum letzten Moment aus

Wir Juristen neigen dazu, das Zeitkontigent, das uns zur Verfügung steht, in vollem Umfang zu nutzen. Hier gilt ebenfalls: In der Medienarbeit ist dieser Grundsatz eine Todsünde. Was vor allem zählt, ist Schnelligkeit. Aber warum sich dieses Verhalten nicht selbst zum Vorteil machen? Wenn andere sich mehr Zeit nehmen, seien Sie einfach schneller ...

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