Orientierungshilfe: Angabe von Grundpreisen

Wer beispielsweise mit Nahrungsmitteln, Kosmetika oder Reinigungsmitteln handelt, ist gemäß § 2 der Preisangabenverordnung (PAngV) grundsätzlich dazu verpflichtet, den jeweiligen Grundpreis eines Artikels (etwa pro Liter, Kilogramm etc.) anzugeben. Fehlende oder falsche Grundpreisangaben stellen in der Praxis ein ernstzunehmendes Abmahnrisiko dar. Anhand der folgenden Orientierungshilfe soll die richtige Angabe von Grundpreisen erleichtert werden.

1. Was ist der Grundpreis und wo muss er angegeben werden?

Bei dem Grundpreis handelt es sich um den Preis je Mengeneinheit einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile.

Er muss in unmittelbarer Nähe des Gesamtpreises angegeben werden. Nach der Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 26.02.2009 – I ZR 163/06) ist es erforderlich, dass beide Preise auf einen Blick wahrgenommen werden können. Dabei sollte der Grundpreis überall angegeben werden, wo mit einem Preis geworben wird. Beispielsweise auch in Werbeanzeigen oder Google AdWords.

2. Bei welchen Waren muss der Grundpreis angegeben werden?

Grundpreispflichtig sind

Waren in Fertigpackungen offenen Packungen Verkaufseinheiten ohne Umhüllung unverpackte Ware lose Ware

die nach

Gewicht Volumen Länge oder Fläche

angeboten werden.

Demnach muss bei Produkten, die nach ihrer Stückzahl angeboten werden (z.B. Eier), grundsätzlich kein Grundpreis pro Einzelstück angegeben werden.

3. Wer muss den Grundpreis angeben?

Den Grundpreis hat gemäß § 2 Abs. 1 PAngV anzugeben, wer Letztverbrauchern gewerbs- oder geschäftsmäßig entsprechende Waren anbietet.

Werden Waren jedoch beispielsweise Großhändlern angeboten, die die Waren nicht zum Eigengebrauch sondern zum Weiterverkauf beziehen, ist eine Angabe des Grundpreises nicht erforderlich.

4 ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK