Veröffentlichung privater Chats: Persönlichkeitsrecht von Fußballern

von Hans-Chr. Gräfe

01.12.2015 Persönlichkeitsrecht Von: Hans-Christian Gräfe

Veröffentlichung privater Chats: Persönlichkeitsrecht von Fußballern Die Weiterverbreitung privater Kommunikationsvorgänge von Prominenten, die nicht zu einer öffentlichen Debatte beitragen und lediglich die Neugier auf die Beziehungen Prominenter befriedigen, ist unzulässig (LG Köln, Urt. v. 10.06.2015 – 28 O 547/14). Das ist passiert

Durchatmen, es geht um einen Vier-Personen-Streit:

Ein Ex-Fußballer hatte auf Facebook die WhatsApp Protokolle seiner Ex-Freundin mit einem anderen, sehr bekannten Fußballer gepostet. Der zweite Fußballer, ein Weltmeister von 2014, war während der Chats selbst noch in einer Beziehung gewesen. Aus dieser Beziehung mit einer ebenfalls bekannten Sängerin hatten beide ab und an Fotos auf Facebook gepostet. Der Weltmeister hatte in Interviews auch teilweise Fragen zur Beziehung beantwortet. Kurz nach der Veröffentlichung der Protokolle durch den Ex-Fußballer trennte sich die Sängerin von dem Weltmeister.

Eine Zeitung griff die Geschichte auf und veröffentlichte Teile der Facebook-Posts des Ex-Fußballspielers. Im Rahmen mehrerer Berichte über den Weltmeister und die Sängerin veröffentlichte sie weitere Aussagen des Ex-Fußballers (u.A. #auchindirsteckteinweltmeister) und schmückte den Bericht mit einem Foto des Weltmeisters mit einer dritten Frau an einem Pool in Las Vegas.

Darüber streiten sich Weltmeister und Zeitung

Der Weltmeister behauptete, dass die Zeitung die Textpassagen und das Fotos nicht hätte veröffentlichen dürfen. Er sei dadurch in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt worden. Die Nachrichten und auch das Foto würden in seine Privat-und Intimsphäre fallen und niemanden etwas angehen. Die Zeitung verbreite die unwahren Behauptungen des Ex-Fußballers über einen Flirt des Weltmeisters, während er noch in einer Beziehung mit der Sängerin war. Derart intime Details habe er nie an die Öffentlichkeit gegeben ...

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