Kaufpreisaufteilung für ein bebautes Grundstück: Darf es ein bisschen mehr Gebäude sein?

von Christoph Iser

Bekanntermaßen besteht ein gebautes Grundstück sowohl aus Gebäude als auch aus Grund und Boden. Wieviel jedoch wovon da ist, ist allerdings bei Immobilien, die zur Einkünfteerzielung genutzt werden regelmäßig streitbefangen. Es liegt also mal wieder einer dieser typischen Interessengegensätze zwischen Fiskus und Steuerpflichtigen vor.

Die Anschaffungskosten des Gebäudes können über die Abschreibung steuermindernd eingesetzt werden. Der Kaufpreis für Grund und Boden wird bei Privatimmobilien allenfalls im Rahmen eines privaten Veräußerungsgeschäfts gegengerechnet. Daher wollen Steuerpflichtige einen hohen (weil abschreibbaren) Gebäudeanteil, während der Fiskus selbstredend die Auffassung vertritt, dass das Grundstück das eigentlich Werthaltige an der Gesamtimmobilie ist. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Früher, in der guten alten Zeit, hat man den Gesamtkaufpreis für eine Immobilie einfach pauschal aufgeteilt. Beim Einfamilienhaus galten schlicht 20 Prozent als Grund und Bodenanteil und beim Teileigentum waren es halt 15 Prozent. Dies ist leider vorbei, denn seinerzeit haben schon verschiedene Rechnungshöfe der Länder darauf hingewiesen, dass eine solch pauschale Kaufpreisaufteilung häufig deutlich unter dem Wert des Grund und Bodens liegt. Die Finanzämter sollten also besser aufpassen. Um die Finanzämter dabei zu unterstützen hat das BMF eine Excel-Arbeitshilfe gebaut und auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

In dieser Arbeitshilfe muss man nur Lage der Immobilie, Grundstücksart, Anschaffungs- und Baujahr, Kaufpreis, Wohnfläche, Grundstücksgröße, Bodenrichtwert und ggfs. die Anzahl von Garagen oder Tiefgaragenstellplätzen eingeben und herausgeworfen wird eine Kaufpreisaufteilung auf Grund und Boden und Gebäude.

So einfach kann es sein… oder halt eben nicht ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK