Als Privatpatient ausgeben um einen schnellen Termin zu erhalten?

Ist es eine gute Idee sich als gesetzlich versicherter Patient als Privatpatient auszugeben, um schneller einen Termin zu erhalten? Wohl nicht. Leider ist es nicht nur eine allgemeine Erfahrung, dass es als „Kassenpatient“ schwieriger ist, zeitnah einen Arzttermin zu erhalten. Das Versorgungsstärkungsgesetz soll in diesem Zusammenhang durch die Verpflichtung zur zeitnahen Terminvergabe Abhilfe schaffen. Das Gesetz hat insoweit auch zu Kritik geführt. Auch wenn diese Frage nicht ganz unumstritten ist und es viele Ärzte gibt, die keine Unterschiede in der Terminvergabe zwischen Kassen- und Privatpatienten machen, besteht vielfach die Beobachtung, dass es einen solchen Unterschied gerade gibt. Auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat in einer Stichprobe eklatante Unterschiede festgestellt.

Rechtslage: Ärzte können Patienten auch wieder abweisen

Jedenfalls dann, wenn man einen Termin zu einem Zeitpunkt erhalten hat, in dem der Arzt nur Privatsprechstunden durchführt, kann der Arzt einen solchen Patienten wieder zurückschicken. Darauf weisen aktuell auch Medienberichte hier, wie hier in der Welt online. Es trifft zu, dass die Verpflichtung zur sofortigen Behandlung nur im Notfall besteht. Patienten riskieren also, zum Termin gar nicht behandelt zu werden. Wie ein Arzt in einer Sprechstunde vorgeht, in der er sowohl Privat- als auch GKV-Patienten behandelt, ist sicher etwas schwieriger zu beurteilen. Als Grundsatz bleibt, dass auch hier keine Pflicht zur sofortigen Behandlung besteht. Andererseits dürfte er für den Patienten ein Zeitfenster von vorherein eingeplant werden, so dass es sich nur schwer behaupten lassen wird, keine Zeit für den „falschen“ Patienten zu haben. Aber auch hier dürfte sich im Ergebnis durchsetzen, dass der Arzt in seiner Terminvergabe auch in solchen Situation recht frei ist und einen neuen Termin vereinbaren kann ...

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